Keepeek
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16.04.2024

Entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche regionale Vertriebsstrategie

Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, CSRD-Verpflichtungen: Das A und O, um in einem sich ständig wandelnden Umfeld die Nase vorn zu behalten.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, der COVID-19-Pandemie und des Aufstiegs neuer Märkte im asiatisch-pazifischen Raum ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg multinationaler Unternehmen zu beobachten, die die Einrichtung regionaler Distributionszentren (RDCs) innerhalb der ASEAN in Erwägung ziehen. Die ASEAN – der Verband südostasiatischer Nationen – umfasst zehn Mitgliedsländer: Kambodscha, Indonesien, Singapur, Thailand, Malaysia, die Philippinen, Myanmar, Brunei Darussalam, Vietnam und die Demokratische Volksrepublik Laos. Zusammen verfügt die Region über eine Bevölkerung von rund 680 Millionen Menschen und ein BIP von ca. € 3,34 Billionen im Jahr 2022. Im Gesamtkontext steht ASEAN damit als drittgrößte Wirtschaftsmacht Asiens und fünftgrößte weltweit – nach den USA, China, Japan und Deutschland.

Was ist ein regionales Distributionszentrum?


Ein regionales Distributionszentrum spielt eine entscheidende Rolle innerhalb der globalen und regionalen Supply-Chain-Strategie eines Unternehmens und ist darauf ausgerichtet, höchste Servicelevels für Omnichannel-Kunden zu gewährleisten. Als zentraler Knotenpunkt ermöglicht es die Konsolidierung, Lagerung und Verteilung von Waren – vom Hersteller zu verschiedenen Zielgruppen wie Distributoren, Einzelhändler und Endverbraucher. Der wesentliche Unterschied zwischen einem regionalen und einem lokalen Distributionszentrum liegt im geografischen Tätigkeitsbereich: Während ein RDC mehrere Länder innerhalb einer Region abdeckt, bedienen lokale DCs überwiegend einzelne Landesmärkte.
 

Eine Forschungsstudie*, unterstützt von GEODIS und durchgeführt von Postgraduierten des TLI-AP (The Logistics Institute Asia Pacific) an der NUS (National University of Singapore), beschäftigte sich mit den kritischen Faktoren für die optimale Standortwahl regionaler Distributionsoperationen. Im Rahmen dieser Studie wurden Logistik- und Supply-Chain-Führungskräfte aus verschiedenen Branchen – darunter Elektronik, Kosmetik, Logistik, Chemie und Pharma – interviewt, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

Entscheidende Faktoren bei der Standortwahl für regionale Distributionszentren

 

Risikobetrachtung: 


Die Minimierung von Risiken – einschließlich geopolitischer Stabilität, Wechselkursschwankungen und soziopolitischer Unruhen – wurde von den Befragten als vorrangiges Anliegen genannt.


Gesetzliche Rahmenbedingungen:

 
Auch das regulatorische Umfeld eines potenziellen Gastlandes war ein entscheidender Faktor. Hierzu zählen Aspekte wie Unternehmensbesteuerung, behördliche Auflagen und staatliche Richtlinien, die Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten nehmen.

 

Zoll- und Handelsvorschriften:

 
Effiziente Zollabwicklung und transparente Handelsvorschriften sind essenziell für kosteneffektive und reibungslose RDC-Operationen. Länder mit umfangreichen Freihandelsabkommen (FTAs) und effizienten Zollstrukturen werden von Unternehmen bevorzugt. Von Unternehmen besonders geschätzt wird zudem die Bedeutung öffentlich-privater Partnerschaften zwischen den zuständigen Zollbehörden und den jeweiligen Branchen, insbesondere bei der Einführung neuer Zollrichtlinien.


Strategische Standortvorteile: 


Faktoren wie die Nähe zu wichtigen Absatzmärkten, Lieferanten, Marktgröße und Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen (wie Taifunen, Erdbeben, Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen) zählten zu den zentralen Überlegungen bei der Standortwahl.


Kostenvorteile im Vergleich: 


Die Kosten für Geschäftstätigkeit – einschließlich Arbeitskräfte, Grundstücke, Kapital und Transport – spielten eine maßgebliche Rolle bei der Standortbewertung.


Arbeitskräfteangebot: 


Der ausreichende Zugang zu einem qualifizierten Arbeitskräftepool ist aufgrund der arbeitsintensiven Natur der Logistik ein entscheidendes Kriterium.
 

Voraussetzungen für reibungslose regionale Distributionsoperationen


Neben den oben genannten Faktoren sind operative Überlegungen von zentraler Bedeutung für einen störungsfreien Betrieb von RDCs, insbesondere im Hinblick auf die Zollkontrolle:


Freihandelszone (FTZ) / Zollfreilager: Optimale RDC-Betriebe erfordern häufig die Nähe zu Freihandelszonen (FTZs) oder zollfreien Lagern, um effiziente Umschlagsprozesse und regulatorische Compliance zu gewährleisten.

 

Elektronische Zollabwicklung: Die Nutzung elektronischer Mechanismen zur Zollanmeldung und -bearbeitung reduziert Verwaltungsaufwand und steigert die operative Effizienz. Dies unterstreicht die Bedeutung moderner Zollsysteme. Länder, die weiterhin auf Papierdokumente und manuelle Zollprozesse setzen, verursachen erhebliche administrative Belastungen und hohe Betriebskosten für RDC-Betreiber.

 

Back-to-Back-Ursprungszeugnis: Die Ausstellung von Back-to-Back-Ursprungszeugnissen, ermöglicht durch solide Freihandelsabkommen, bietet Endkunden erhebliche Einsparpotenziale bei Einfuhrzöllen und steigert die Attraktivität von RDCs.


Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von AEO: Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen zur Schaffung gegenseitiger Anerkennungsabkommen (MRA) für Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (AEO) beschleunigt Zollabfertigungsprozesse, reduziert die Häufigkeit von Kontrollen und fördert einen schnelleren Handelsfluss.
 

Forschungserkenntnisse und Empfehlungen

 

Basierend auf den Forschungsergebnissen positionieren sich Singapur und Malaysia als führende Standorte für die Einrichtung von RDCs in der Asien-Pazifik-Region. Aufgrund der hohen Betriebskosten eignet sich Singapur jedoch insbesondere für die Abwicklung von hochwertigen Gütern wie Flugzeugteilen, pharmazeutischen Produkten, High-Tech-Halbleitern, Schmuck und Luxusartikeln. Indonesien, mit über 278 Millionen Einwohnern, bietet dank seines riesigen Binnenmarkts attraktive Perspektiven, während Thailands strategische Lage und gut ausgebaute Transportnetzwerke überzeugende Vorteile mit sich bringen. Vietnam profitiert von seiner Nähe zu chinesischen Produktionszentren und bietet ebenfalls vielversprechende Möglichkeiten für Standortverlagerungen.

GEODIS: Ihr zuverlässiger Partner für Zoll- und Außenhandels-Compliance

 

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen im globalen Handel und geopolitischer Spannungen sind die Kosten für grenzüberschreitende Geschäftsaktivitäten in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Daher ist es für alle Unternehmen unerlässlich, ihre Logistik- und Supply-Chain-Strukturen regelmäßig zu überprüfen, um mögliche Optimierungspotenziale zu identifizieren. Jedes Reengineering des Supply-Chain-Netzwerks sollte stets mit vollständiger regulatorischer Compliance erfolgen, da es allzu leicht ist, sich ausschließlich auf Kosteneinsparungen zu konzentrieren und dabei die Einhaltung von Handelsvorschriften aus den Augen zu verlieren.

 

Als weltweit führender Anbieter von Zollabwicklungsdienstleistungen bietet GEODIS seinen Kunden ein umfassendes Portfolio professioneller Lösungen im Bereich Zoll und Außenhandel. Über 1.200 Fachleute weltweit unterstützen unsere Kunden bei der Recherche von Zoll- und Handelsvorschriften sowie mit effektiven digitalen Lösungen für die grenzüberschreitende Zollabwicklung. So stellen wir eine effizientes und kostengünstiges Bestandsmanagement, Warenverteilung sowie die Optimierung von Zöllen und Steuern unter vollständiger Einhaltung aller Zollvorschriften sicher. 

Gerne stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung, wenn Ihr Unternehmen Unterstützung im Bereich Zollabwicklung und Außenhandelsmanagement benötigt.

 

 

* Koh, KW, Ng, HB und Goh, Vanessa (2022) „Distribution Center Location Strategy: A Guide to Selecting the Ideal Country for Regional Distribution Center (RDC)“, Masterarbeit, National University of Singapore.

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Dr Chang

Kian Chuan Chang

Regional Director – APAC & ME, Customs Brokerage & Trade Compliance

Dr. KC Chang ist derzeit der Head of Customs Brokerage, Asia Pacific and Middle East Region, bei GEODIS und arbeitet im regionalen Standort in Singapur. Dr. Chang ist ein erfahrener Branchenexperte mit nachgewiesener Erfahrung im Express-Transportsektor. Er hat seinen MBA am Imperial College London sowie seinen professionellen Doktortitel an der Central Queensland University und seinen DBA an der SKEMA Business School erworben.