Circular Economy
Circular Economy
Fri 08/06/2018 - 19:49

Kreislaufwirtschaft und Logistik

In Abgrenzung von der Wegwerfwirtschaft ist der Begriff der „Kreislaufwirtschaft“ aufgekommen. Durch die Entwicklung neuer Technologien und schnellere Vertriebszyklen wird der Produktlebenszyklus mittlerweile immer kürzer.

Fast Fashion und Elektrogeräte sind in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel. Als Kunden werden wir dazu ermutigt, mehr zu konsumieren, da die von uns gekauften Produkte schnell ausgedient haben. Die damit verbundenen Produktabfälle belasten jedoch die Umwelt.

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft? Die Europäische Kommission wählt folgende Definition: „Abfälle werden auf ein Minimum reduziert. Nachdem ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, bleiben die Ressourcen und Materialien so weit wie möglich in der Wirtschaft.“1

Ein weiteres Beispiel sind Mobiltelefone. Viele wollen nach einem oder zwei Jahren ein neues Modell haben. Ein Telefon, das für eine Person nicht mehr von Nutzen ist, kann jedoch für eine andere durchaus noch von Interesse sein. Also wird es überarbeitet und weiterverkauft. Wenn es hingegen nicht mehr funktioniert, werden seine Komponenten für neue Produktionszwecke wiederverwendet.

In Abbildung 1 ist ein Produktlebenszyklus zu sehen, der durch zwei Kreise veranschaulicht wird: „Fertigung-Konsum-Anreicherung“ im Fall von biologischen Materialien und „Fertigung-Verwendung-Rückgabe“ bei technischen Materialien2 (Quelle: MacArthur Foundation).

Übersicht: Zyklen der Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft ermöglicht es, Produkte möglichst lange im Umlauf zu halten und ihre Teile und Materialien am Ende der Lebensdauer zurückzugewinnen.

Immer mehr Unternehmen wenden inzwischen den Ansatz der Kreislaufwirtschaft an, da die Umwelt immer stärker belastet wird (Abfall, Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit) und immer strengere Auflagen gelten. In vielen Ländern sind Hersteller von Elektroprodukten beispielsweise dazu verpflichtet, Produkte nach Ablauf des Lebenszyklus zurückzunehmen. In Europa wird dies anhand der Richtlinie 2012/19/EU über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (Waste of Electrical and Electronic Equipment, WEEE) geregelt, die die Hersteller dazu verpflichtet, sämtliche Elektrogeräte zurückzunehmen, zu recyceln und zu verwerten.

Für die Rücknahmelogistik der betreffenden Waren sind somit die Hersteller von Verbraucherelektronik verantwortlich. Sie haben dadurch zugleich die Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu generieren und im Hinblick auf die unternehmerische Gesellschaftsverantwortung positiv auf ihr Markenimage einzuwirken.

Mit der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft ergeben sich daher neue Geschäftsmöglichkeiten für Rücknahmelogistikunternehmen. GEODIS hat in Deutschland ein Fachzentrum für die Rücknahmelogistik und Wiederaufarbeitung gebrauchter Produkte eingerichtet, in dem High-Tech-Geräte auf ihren nächsten Einsatz vorbereitet werden.

Das Fachzentrum für Rücknahmelogistik und Wiederaufarbeitung gebrauchter Produkte von GEODIS in Nieder-Olm, Deutschland

Prüfung von medizinischen Geräten

GEODIS verfügt über zahlreiche Rücknahmelogistikzentren auf der ganzen Welt. Ein wichtiges Zentrum befindet sich in Nieder-Olm, Deutschland. Auf einer Fläche von mehr als 23.000 qm (Stand 2017) werden elektronische Geräte überarbeitet und auf ihren nächsten Einsatz vorbereitet.

GEODIS bedient sich unterschiedlicher Verfahren, um unerwünschte und beschädigte Waren oder Güter zum Ende ihres Leasingzeitraumes für die Wiederverwendung vorzubereiten und maximalen Nutzen aus den Produkten und ihren Komponenten zu ziehen.

Aufbereitung

Bei manchen Mid-Life-Produkten genügt eine Inspektion, Reinigung und Aufbereitung für den Wiederverkauf. Bei der Aufbereitung von IT-Geräten führt GEODIS anhand einer speziellen Betriebsfähigkeits- und Konfigurationssoftware zudem Geräteprüfungen durch. Dadurch werden personenbezogene Daten des vorherigen Besitzers garantiert gelöscht.

Daneben führen wir Reparaturarbeiten durch. Dadurch reduzieren wir die Anzahl der Produkte mit kleineren Problemen, die die Recycling-/Entsorgungsphase durchlaufen müssen, und verlängern somit die Lebensdauer der Produkte.

Neukonfiguration

Nach der Artikelrücknahme, Reparatur und dem Aufspielen der Software beginnen wir mit der Wiedervermarktung. Auf Grundlage einer Datenanalyse ermitteln wir einen angemessenen Preis für das Produkt und bieten es dann über den Kanal an, wo der Gewinn am größten ist: über E-Commerce, Maklervertrieb oder sonstige Kanäle.

Verwertung von Altgeräten

Demontage von IT-Geräten

Manchmal ist der Wert von Elektroabfällen nicht unmittelbar erkennbar. Doch auch, wenn ein Artikel nicht mehr repariert werden kann, ermöglichen seine Ersatzteile und Materialien gegebenenfalls noch eine erhebliche Wertgenerierung.

In den Rücknahmelogistikzentren von GEODIS werden Altprodukte in ihre Einzelteile zerlegt, die anschließend in einen neuen Produktionsprozess einfließen oder bei Reparaturen wiederverwertet werden können. Einige Materialien (wie Gold, Aluminium, Kupfer etc.) können auch auf Fachmärkten verkauft werden. Dieser Prozess wird als „Urban Mining“ bezeichnet – die Gewinnung von Stoffen aus Abfällen, Altprodukten und Gebäuden.

Unsere Recyclingaktivitäten und die Entsorgung erfolgen garantiert ordnungsgemäß in Übereinstimmung mit der Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Bei der Handhabung von gefährlichen Gütern gilt eine besondere Sorgfaltspflicht.

GEODIS zeigt sich an dieser Stelle äußerst umweltbewusst, da die Produkte über geeignete Kanäle recycelt und Deponieabfälle auf ein Minimum reduziert werden (weniger als 1 %).

Recycling-Ergebnisse

Die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft können durchaus in die Logistik eingebunden werden, wie das Beispiel der Elektrogeräte veranschaulicht.

In Bezug auf High-Tech-Produkte und Automobilartikel sind die Rücknahmeprozesse bereits in einer fortgeschrittenen Phase. Sie können aber auch auf andere Produkte wie Waren des täglichen Bedarfs (Kleidung, Lebensmittel, Getränke etc.) angewendet werden.

Die Rücknahme und Verarbeitung von Mid- und End-of-Life-Produkten erfordert spezialisiertes Fachwissen. Die Übertragung dieser Tätigkeiten an einen 3PL-Anbieter kann sowohl ökologische als auch finanzielle Vorteile mit sich bringen.

 

Quellen:

1 https://ec.europa.eu/growth/industry/sustainability/circular-economy_en

2 Ellen MacArthur Foundation – Einführung in die Kreislaufwirtschaft – Broschüre zum Thema Kreislaufwirtschaft https://www.ellenmacarthurfoundation.org/

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